best of two worlds
Manchmal ist Wien gar nicht so schlecht.
Da kommt man sich draußen vor wie ein Expeditionsteilnehmer (nur weil man mal zu Fuß die winterliche Stadt durchquert), und kaum ist man drin, umfängt einen eine südliche Wärme und man bekommt rote Wangen vor Vorfreude und weiß, dass man manchmal sehr wohl beides haben kann.
So ungefähr begann gestern der zweite Abend des Länderschwerpunkts “Step across the boarder: Turkey” im Porgy&Bess mit Nim Sofyan (leider noch ohne neues Album, das hier präsentiert hätte werden sollen). Und es gab wieder mal das beste aus zwei Welten:
elaborierte Jazzigkeit mit orientalischem siebenachtel-Groove, fetzige Trompeten (Johann Öttl improvisiert und komponiert wie ein Blasmusik-Derwisch) und lyrische Flöten von Reeds-Allounder Gerald Selig, mit Jigs und Reels sozialisierte Waldviertler Geigenvirtuosität mit türkisch-griechischen Texten (Paul Dangl singt jetzt auch!), Texte mit Kranichen und Meidlinger L (türkische Aussprache leicht gemacht), funkige Bässe (Roland Mach) und ein Schlagzeug, das wie der Orientexpress durch die Mitte rauscht (Klaus Fürstner). Dazu singt Alp Bora von ägyptischen Mädchen in griechischen Liedern aus Anatolien und ein kühler weißer Spritzer erfrischt das erhitzte Gemüt, und plötzlich weiß man, dass es passt.
Und wenn man dann rausgeht wo alles schon wieder schmilzt, ists auch schön. Weil manchmal ist Wien wirklich so.


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