Earlybird’s Springtime
Die Monate nach Weihnachten sind unter anderem auch deshalb so super weil
a) endlich genug Schnee liegt zur Ausübung von Wintersportarten seiner Wahl
b) man wieder genug Geld übrig hat von dem man sich kaufen kann, was man sich eh schon vom Christkind gewünscht hätte und das noch dazu im Abverkauf (nein, ich sage dazu nicht WSV!)
c) nach dem Wintersporteln dann auch der Frühling wieder greifbar wird in Form von Frühlingsschnittblumen
Zu a) möchte ich einmal festhalten, wie suprig Schiurlaub in Niederösterreich sein kann. Mit der passenden Wohnmöglichkeit (zb einem Schwiegerfamilienferienhaus in Lunz am See) ist man in Nullkommanix am Ötscher (wo bei akutem Motivationsabfall durch Nebeleinfall auch die relativ niedrigen Hüttenpreise zur Freude gereichen) oder am Hochkar (wo es zwar immer noch zieht, dafür aber seit meinem letzten Besuch im vergangenen Jahrtausend geschätzte 100 neue Lifte und dazugehörige Pisten aus dem Boden gewachsen sind). Einziger Grund für Verwunderung über die Sitten inPröllistan ist das selbstverständliche Schließen aller Supermärkte am Faschingsdienstag-Nachmittag und das klerikal begründete Geschlossenbleiben der Fleischereien den gesamten Aschermittwoch über. Aber so ists halt am Land…
b) Abseits von Fetzen habe ich diesen Februar auch ein Bücherangebot erstanden, und zwar eines jener Penguin-Threebies-Pakete, die ich im englischsprachigen Ausland schon oft mitnehmen wollte, es aber aus Packmaßgründen unterlassen habe. So kam ich zu drei Romanen, von denen ich nur einen vom Titel her kannte und trotzdem zweienhalb (weil ich mit dem einen noch gar nicht fertig bin) ziemlich gut fand. Hier die Empfehlungen: Then we came to the End von Joshua Ferris (“The Office” als Werbeagentur kurz vor dem Platzen der DotCom-Blase, erzählt in erster Person Plural), The Memory Keeper’s Daughter von Kim Edwards (berührende Familiengeschichte über bei der Geburt ohne Wissen der Mutter wegegebene Down-Syndrom-Zwillingsschwester, Ende weniger aufregend als erwartet) und A Short History of Tractors in Ukrainian von Marina Lewycka (Töchter versuchen Vater davon abzubringen, junge Ukrainische Wuchtbrumme mit monetären Ambitionen zu heiraten).
c) Von denen kann ich dann Dank neuem Super-Telefon auch schöne Fotos machen:

Going out with stars
Gestern war ich mit einem Jungstar unterwegs. Meine Nichte Leonie, bekannt aus bahnbrechenden Produktionen wie “Die kleinen Hexen und der Rabe Abraxas” in der wegweisenden Inszenierung der Klasse 1b der Volksschule Judenau/Baumgarten gab mir die Ehre, sie ins Kinderkino begleiten zu dürfen.
Wir sahen “Die kleinen Bankräuber”, eine lustige und spannende Geschichte aus Lettland mit Karl Markovics in der Rolle des bösen Bankdirektors mit Falschgeld-Ambitionen. Nachher gabs noch ein exklusives Dinner mit ostasiatischen Spezialitäten. Es war gar nicht so einfach, aufzuessen, nachdem im Kino die intensive Mitarbeit an der Dezimierung einer Dose Jelly Beans mit 36 Geschmacksrichtungen gefordert war.
Hier gibts den Trailer und weiter unten noch Exklusivfotos von Leonies letztem Auftritt, der sie zur Fixstarterin für den Nachwuchs-Nestroy machte:


best of two worlds
Manchmal ist Wien gar nicht so schlecht.
Da kommt man sich draußen vor wie ein Expeditionsteilnehmer (nur weil man mal zu Fuß die winterliche Stadt durchquert), und kaum ist man drin, umfängt einen eine südliche Wärme und man bekommt rote Wangen vor Vorfreude und weiß, dass man manchmal sehr wohl beides haben kann.
So ungefähr begann gestern der zweite Abend des Länderschwerpunkts “Step across the boarder: Turkey” im Porgy&Bess mit Nim Sofyan (leider noch ohne neues Album, das hier präsentiert hätte werden sollen). Und es gab wieder mal das beste aus zwei Welten:
elaborierte Jazzigkeit mit orientalischem siebenachtel-Groove, fetzige Trompeten (Johann Öttl improvisiert und komponiert wie ein Blasmusik-Derwisch) und lyrische Flöten von Reeds-Allounder Gerald Selig, mit Jigs und Reels sozialisierte Waldviertler Geigenvirtuosität mit türkisch-griechischen Texten (Paul Dangl singt jetzt auch!), Texte mit Kranichen und Meidlinger L (türkische Aussprache leicht gemacht), funkige Bässe (Roland Mach) und ein Schlagzeug, das wie der Orientexpress durch die Mitte rauscht (Klaus Fürstner). Dazu singt Alp Bora von ägyptischen Mädchen in griechischen Liedern aus Anatolien und ein kühler weißer Spritzer erfrischt das erhitzte Gemüt, und plötzlich weiß man, dass es passt.
Und wenn man dann rausgeht wo alles schon wieder schmilzt, ists auch schön. Weil manchmal ist Wien wirklich so.


24. Dezember
Geschafft! Die Lola wünscht allen frohe Weihnachten, sendet Season’s Greetings und hofft auf ein prospero año nuevo!

23. Dezember
Bevors morgen dann ganz idyllisch wird, noch ein bisschen Paranoia und Verschwörungstheorie – lange vor Herrn Brown und seinen Illuminati, mit dem damals schon ganz feinen August Diehl:
22. Dezember
Wer sich langsam daran gewöhnt, täglich zum Tag passendes auf dem Bildschirm vorzufinden, dem sei das derzeitige FAZ-Comic “das variable Kalendarium” von Kat Menschik ans Herz gelegt. Jeden Tag Jubiläen, Jahrestage und sonstiges Erinnerungswertes bildlich festgehalten. Heute zum Beispiel:

21.Dezember
Heute ist Wintersonnenwende, damit der kürzeste Tag des Jahres. Und eine Rauhnacht. Und da ich bei diesem Wort immer an die tolle “Supernacht der Weihnachtsstars” im Rabenhof denken muss, gibts das hier zum mal-wieder-hören, leider nur als Link.
20. Dezember
Gone fishing!

19. Dezember
Politik ist wichtig, egal welcher Tag ist. Politische Satire noch mehr. Und deshalb, without further delay und ohne nennenswerte Verbindung mit der Zahl 19:
via Helges Blog
18. Dezember

Welche Linie? Die Grenze des guten Geschmacks? Hoffentlich hat der gute Mann, dessen Geburtstag in akkurat sechs Tagen gefeiert wird, keine solche Karte zur Adoleszenz-Beglaubigung erhalten!